Vorsicht, Steuerfalle!
Es gibt nur ein Thema, das die meisten Bundesbürger mehr interessiert als das Thema Geld: das Steuersparen. Deshalb setzt die Banken- und Versicherungsbranche die Steuerersparnis gezielt als Lockvogel ein und verdient besonders gut an Produkten, die vermeintliche Steuervorteile verschaffen.
Auch werbepsychologisch ist dies hoch interessant, denn beim Thema Steuern solidarisieren sich die Banken scheinbar mit allen Bürgern, indem sie helfend die Hand reichen. Wer will denn nicht, so die rhetorische Frage, dem Fiskus ein Schnippchen schlagen? So schlüpft der Bankberater klammheimlich in die Rolle des verständigen Partners, der natürlich immer einen geeigneten "Lösungsansatz" aus dem Hut zaubern kann.
Nicht auf Dachfonds hereinfallen
Ganz aktuell treibt diese Praxis mal wieder skurrile Blüten. So ist es zwar durchaus richtig, dass mit dem Inkrafttreten der Abgeltungssteuer die Dachfonds - das sind Investmentfonds, die Anteile an anderen Investmentfonds kaufen - steuerlich günstiger da stehen als klassische Aktien- oder Investmentfonds. Doch der Steuervorteil, der jetzt von den Anbietern als Kaufargument angeführt wird, verstellt den Blick auf die vielen Nachteile dieser Anlageprodukte.
Dachfondsbesitzer zahlen nämlich mehrmals: erst für die Kosten, die ihnen der Dachfonds direkt berechnet (Ausgabeaufschläge, Depotgebühren, Vergütung für die Verwaltung) und zusätzlich für diejenigen, die der Zielfonds dem Dachfonds abzieht. So kommen allein für die Verwaltung leicht Gebührensätze von drei bis vier Prozent zustande, mehr als das Zehnfache eines passiven Indexfonds! Darüber hinaus gibt es momentan nur aktiv gemanagte Dachfonds, d.h. ein wissenschaftlich fundierter Vermögensaufbau ist mit diesem Anlagevehikel derzeit gar nicht möglich. Sprich: Sie müssen auch noch ein unnötig hohes Rendite-Risiko eingehen, was sich über kurz oder lang als Renditedämpfer auswirken wird. Die Flucht in Dachfonds ist damit - wie die meisten angeblichen Steuersparmodelle - wirtschaftlich unsinnig.
Erst die Strategie, dann die Steuern
Viel wichtiger als vermeintlichen Steuerschlupflöchern hinterher zu laufen ist es natürlich, eine strategische Vermögensaufteilung mittels Asset Allocation vorzunehmen und an dieser konsequent festzuhalten - wie dies in unserem Leitfaden zum wissenschaftlich fundierten Vermögensaufbau beschrieben wird. Als zweiter Stelle der Überlegungen stehen dann die Kosten, die notwendig sind, die eigene Strategie zu verwirklichen. Erst als Drittes kommt die Steuerbetrachtung ins Spiel, denn egal wie hoch die Steuern auch ausfallen - eine bessere Vorsteuerrendite führt fast immer zu einer besseren Nachsteuerrendite.
Unter Berücksichtigung dieser Prioritätensetzungen informiert Sie turboRendite über alles Wissenswerte zur Abgeltungssteuer 2009 und vor allem darüber, was ein passiver Investor beachten kann. Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie Ihr passives Depot auch steuerlich optimieren können bzw. unter welchen Bedingungen sich dies für Sie wirklich rechnet.
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