Steueroptimierung 2008

An dieser Stelle haben wir für Sie, den passiven Investor, nochmals die wichtigsten Steueroptimierungs-Möglichkeiten für das Jahr 2008 zusammengefasst. Die einfachste Erkenntnis zuerst: Eine Investition sollte sich an wissenschaftlich fundierten Kriterien orientieren, da nur so das beste Rendite-Risiko-Verhältnis erzielt werden kann. Daran ändert sich auch durch die Abgeltungssteuer nichts.

Passive Strategie im Auge behalten

Nach wie vor sind Faktoren wie Anlagehorizont, Asset Allocation, Diversifikation, Rendite-Risiko, Tracking-Error, Fondsvolumen, TER u.a. die wichtigsten Kriterien für die Zusammenstellung eines dauerhaft erfolgreichen Portfolios. Wenn Sie dies nicht aus dem Auge verlieren, dann können die folgenden Steueroptimierungen - für die Sie noch bis zum 31.12.2008 Zeit haben - durchaus für eine bessere Nachsteuerrendite sorgen.


  1. Mit einem Investment vor dem 1.1.2009 können Sie noch ein letztes Mal in den Genuss steuerfreier Veräußerungsgewinne kommen. Die Ersparnis liegt ungefähr bei 0.57% p.a. Bei einem langfristigen Investment kommen so durch den Zinseszinseffekt schnell beachtliche Summen zusammen. Rechnen Sie selbst mit unserem Abgeltungssteuer-Rechner nach!
  2. Legen Sie ein separates Depot für Investments vor und nach dem Stichtag an. So behalten Sie den Überblick über die steuerliche Behandlung ihrer Investments.
  3. Falls Sie eine Neuinvestition tätigen, ziehen Sie thesaurierende ETFs ausschüttenden ETFs vor. Doch nur unter der Maßgabe, dass die thesaurierende Variante ein sonst gleich gutes Investment darstellt. Die dadurch erzielbare Ersparnis liegt ungefähr bei 0.11% p.a. Eine Umschichtung innerhalb eines bestehenden Portfolios sollte bei Anlagebeträgen von mehr als 10.000 Euro in Betracht gezogen werden.
  4. Überlegen Sie sich gut, was für Sie mehr zählt: eine Steuerersparnis von 0.02% p.a. oder eine einfachere Steuererklärung. Wollen Sie die Ersparnis mitnehmen, dann wählen Sie bei thesaurierenden Fonds solche, die im Ausland aufgelegt sind (zu erkennen an der ISIN). Wollen Sie sich nicht mit zu viel Papierkrieg belasten, wählen Sie im Inland aufgelegte thesaurierenden Fonds. In den meisten Fällen werden Sie keine Wahl haben, denn es fällt häufig schon schwer, überhaupt eine äquivalente thesaurierende Fondsvariante zu finden.
  5. Wenn Sie Fonds besitzen, deren Kauf weniger als ein Jahr zurückliegt, sollten Sie eventuelle Verluste noch realisieren. Bei Verlusten, die bis Ende 2008 nicht verrechnet werden können, handelt es sich um so genannte Altverluste. Diese können Sie dann mit zukünftigen Gewinnen aus Fonds verrechnen, die Sie ab 2009 kaufen. Sie sollten allerdings beachten, dass Sie diese in der Steuererklärung in künftige Jahre vortragen sollten. Weiterhin ist zu beachten, dass Sie Altverluste bis spätestens 2013 mit realisierten Veräußerungsgewinnen verrechnen müssen.

Rattenfänger und Fanfarenzüge

Es steht zu erwarten, dass zum Ende des Jahres Banken und Versicherungen mit Hilfe der Abgeltungssteuer einen Zeit- und Handlungsdruck erzeugen werden, mit dem Ziel, überteuerte und unattraktive Produkte (wie beispielsweise Garantiezertifikate, aktive Fonds oder Dachfonds) an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Bei aktiven Fonds belaufen sich die Verwaltungsgebühren auf mindestens 1-2% p.a. (ohne Ausgabeaufschlag von 3-5%). Daher entstehen im Vergleich zu passiven Fonds zusätzlichen Kosten in Höhe von 0.7-1.7% p.a., also das bis zu Dreifache der möglichen Steuerersparnis durch ein Investement, das noch ins Jahr 2008 vorgezogen wird.

Diese Rechnung illustriert einmal mehr: Das Steuerargument allein ist ein schlechter Ratgeber für langfristige Investitionsentscheidungen. Als Leser von turboRendite können Sie jedoch den Fanfahrenzug - angeführt von Bankberatern und aktiven Fondsmanagern - aus sicherer Distanz, gelassen und bestimmt auch ein wenig schmunzelnd vorbeirauschen lassen.

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