Risikominimierung (Teil 2)
Eine weitere Möglichkeit, das Risiko zu minimieren, wurde schon mehrfach angesprochen: die Beimischung einer risikofreien Anlage. Natürlich gibt es streng genommen keine Anlage ohne Risiko. Eine Staatsanleihe höchster Bonität oder auch eine Festgeldanlage bei einem Geldinstitut, das sich am Einlagesicherungsfond beteiligt, kommt einer risikolosen Anlage jedoch sehr nahe. Aus praktischen Überlegungen sowie aus Gründen der rechnerischen Vereinfachung, konstruieren wir nun Mischportfolios, die sich aus den zwei Komponenten Tagesgeld (risikolos) und Aktienanlage (risikobehaftet) zusammensetzen.
Für den Aktienanteil nehmen wir hier wieder den MSCI World Performance-Index, bei dem historische Indexdaten der letzten 38 Jahre vorliegen. Für den risikolosen Anteil legen wir den Geldmarktsatz des Tagesgeldes am Frankfurter Bankplatz zugrunde (Quelle: Bundesbank). Ein vergleichbares, auch praktisch investierbares Anlageinstrument ist der EONIA® (Euro OverNight Index Average), für den die historischen Daten aber nicht so weit zurückreichen.
Das Risiko von Mischportfolios
Wie stark kann nun das Risiko durch die Beimischung der risikolosen Anlage abgesenkt werden? Um diese Frage zu beantworten, haben wir 11 Mischportfolios - bestehend aus den genannten 2 Anlagen - berechnet. Darüber hinaus wurden diese Mischportfolios für Anlagedauern von 1 bis 15 Jahre berechnet, insgesamt also 165 verschiedene Anlagen.
Das Ergebnis ist im unten stehenden Plot zu besichtigen. Qualitativ wird die Erwartung bestätigt: je größer der risikolose Anteil, desto geringer ist das Risiko des Mischportfolios. Aber auch die zu erwartende Rendite ist entsprechend gering. Vor allem bei kürzeren Laufzeiten ist die Risikominimierung durch die Bildung von Mischportfolios signifikant. Da bei längeren Anlagedauern das Risiko der Aktienanlage stark zurückgeht, hat auch die Beimischung einen geringeren Effekt.
© TurboRendite.org - All rights reserved.Rendite-Risiko von Mischportfolios bestehend aus einem risikolosen und einem risikobehafteten Anteil. Der Anteil wurde in 11 Schritten variiert.
Im Hinblick auf eine spätere Bestimmung der individuellen Risikoaversion, konstruieren wir wieder das Verlustrisiko (definiert durch die 3σ-Abweichung vom Mittelwert). Um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen dem risikolosen Anteil und dem risikobehafteten herzustellen, wurde die Standardabweichung aus dem risikolosen Anteil herausgerechnet. Denn sonst entsteht ein Widerspruch: einerseits hat die Anlage per Definition kein Risiko, andererseits aber eine positive Standardabweichung und damit also doch ein Risiko.
© TurboRendite.org - All rights reserved.3σ-Verlustrisiko von Mischportfolios bestehend aus einem risikolosen und einem risikobehafteten Anteil in Abhängigkeit der Haltedauer.
Es fällt hier sofort auf, dass die Beimischung vor allem für Anlagedauern von weniger als 10 Jahren das Verlustrisiko dramatisch begrenzen kann. Für lange Anlagedauern von mehr als 15 Jahren bringt der risikofreie Anteil hingegen nur eine relativ geringe Risikoreduktion. Das ist in gewisser Weise erstaunlich, denn die Abstände der erwarteten Renditen bleiben bestehen.
Überraschend ist auch die Tatsache, dass das Mischportfolio mit einem Anteil von 10% Aktien ein geringeres Verlustrisiko aufweist als das risikolose Investment. Ein rationaler, risikoaverser Investor würde sich also immer für das Mischportfolio entscheiden.
Diesen Artikel bookmarken bei