Anlageklassen
Laut einer im Juni 2007 vom Statistisches Bundesamt erhobenen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) binden privater Haushalte in Deutschland 78% ihres Nettovermögens in ihr Eigenheim. Auf das restliche Geldvermögen, das durchschnittlich etwa 40.000 EUR beträgt, entfallen 36% auf Sparguthaben und andere direkte Bankanlagen, 29% auf (Lebens-)Versicherungen, 21% auf Aktienanlagen sowie 11% auf Bausparguthaben und Rentenprodukte.
Banken freuen sich am meisten über die Anlageklasse Eigenheim
Somit setzen Privathaushalte ihren überwiegenden Vermögensteil auf eine einzige Anlageklasse - Immobilien -, und dies mit der schlechtesten Diversifikation, nämlich keiner. Für die Erfüllung von Wohnträumen mag dies gerechtfertigt und gewünscht sein. Dennoch muss sich jeder im Klaren darüber sein, dass auf diese Weise hohe Vermögensrisiken eingegangen werden und ein renditestarker Vermögensaufbau letztlich verhindert wird. turboRendite wird sich dem Thema Eigenheim, Eigentumswohnung und Immobilien an anderer Stelle ausführlicher widmen. Nun erstmal zurück zu den Anlageklassen ...
Der Schlüssel für die Zusammenstellung eines optimal diversifiziertes Portfolio, also eines, das das bestmögliche Rendite-Risiko-Verhältnis aufweist, besteht in der Kombination schwach korrelierter Anlageklassen. Die Immobilien-Anlageklasse haben wir schon kennen gelernt. Doch was genau, ist eigenlich eine Anlageklasse?
Anlageklassen, die ihren Namen verdienen
Erstaunlicherweise gibt es dafür bis heute keine allgemein anerkannte Definition. Für den Praktiker lässt sich jedoch der Begriff Anlageklasse in Bezug auf den erwünschten Prozess eines optimal diversifizierten Portfolios sinnvoll beschreiben. Idealerweise besteht ein effizientes Portfolio aus Teilen (Assets), die alle eine positive Ertragsserwartung aufweisen, aber gering oder nicht korreliert sind. Demnach kann man die Anlageklasse als eine Gruppe von Vermögensgegenständen auffassen, die
- eine annähernd gleiche Verteilung von Gewinnen und Verlusten innerhalb des Vergleichszeitraumes aufweist (d.h., stark positiv miteinander korreliert sind),
- ein vergleichbares Verhältnis aus Risiko und Ertrag aufweist,
- sowie einen annähernd unkorrelierten Ertrag zu einer anderen Gruppe von Anlagen liefert, welche ebenfalls den Kriterien eins und zwei entsprechen.
Gängige Anlageklassen, die historisch betrachtet diese gewünschten Eigenschaften aufweisen, sind:
- Aktien,
- Anleihen,
- Geldmarkt-Anlagen,
- Immobilien und
- Rohstoffe.
Andere weniger häufig betrachtete Anlageklassen, die teilweise noch schwer investierbar sind, eine recht kurze Historie aufweisen oder aus anderen Gründen kritisch betrachtet werden sollten, sind:
- Private Equity,
- Managed Futures,
- Hedgefunds,
- Diverse (z.B. Volatilität, Kunstmarkt, Lebensversicherungen).
Innerhalb jeder Anlageklasse kann eine weitere Diversifikation stattfinden, bei Aktien z.B. in Large Caps, Mid Caps und Small Caps, sofern dies die Korrelationsfunktionen rechtfertigen.
Von der Theorie zur Praxis
Wie sollen nun die einzelnen Anlageklassen in einem optimalen Portfolio gewichtet werde, oder anders ausgedrückt, wie findet man die beste Asset Allocation? Die einfachste, durchaus sinnvolle Asset Allocation besteht aus nur zwei Anlageklassen - Aktien und Anleihen. Ein optimales Portfolio wird allerdings aus der Kombination mehrerer Anlageklassen bestehen.
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